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Pflanzen im Büro: Wie viel Licht brauchen sie wirklich?

Pflanzen im Büro Licht: ZZ-Pflanze und Bogenhanf auf einem Schreibtisch unter einer Pflanzenlampe am Fenster

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Wie viel Licht brauchen Pflanzen im Büro?

Pflanzen im Büro brauchen je nach Art eine Tageslichtmenge (DLI) von etwa 3 bis 30 mol pro Quadratmeter und Tag. Genügsame Blattpflanzen kommen mit 3 bis 6 aus, Sukkulenten und Kräuter brauchen 12 bis 16 oder mehr. Das normale Bürolicht (500 Lux am Schreibtisch) reicht deshalb höchstens für genügsame Arten, und das nur während der Arbeitszeit.

Warum lohnt sich ein genauer Blick aufs Licht?

Draußen auf freier Fläche kommt enorm viel Licht an. Laut Virginia Tech (Publikation vom 13. August 2025) liegt der durchschnittliche DLI im US-Bundesstaat Virginia im Juli bei etwa 40 bis 45 mol pro Quadratmeter und Tag, im Dezember bei 15 bis 20.

Die Werte gelten für offene Flächen ohne Bäume und Gebäude.

Virginia liegt deutlich weiter südlich als Österreich, bei uns dürfte der Winterwert also niedriger ausfallen. Die Größenordnung stimmt aber. Eine genügsame Zimmerpflanze begnügt sich laut Iowa State University mit 3 bis 6 mol, dazwischen liegen Fensterscheibe, Raumtiefe und ein Wochenende ohne Licht.

Viele kennen das: Die Pflanze am Arbeitsplatz wird mit der Zeit länger und blasser. Das ist keine Charakterschwäche des Bürofikus, sondern schlicht Physik. Wer die Zahlen kennt, kann gezielt entscheiden: andere Pflanze, anderer Standort oder eine Lampe.

Dazu kommt, dass auf Lampenverpackungen meist Watt oder Lumen stehen. Das sagt wenig darüber, wie viel Licht tatsächlich bei der Pflanze ankommt. Deshalb lohnt es sich, die richtigen Messgrößen zu kennen.

Das Wichtigste in Kürze
  • Licht für Pflanzen misst man in PPFD (Momentaufnahme) und DLI (Tagessumme), nicht in Lux.
  • Büroarbeitsplätze haben laut ÖNORM EN 12464-1 für Schreiben, Lesen und Datenverarbeitung 500 Lux. Das trägt höchstens genügsame Arten, und nur zur Arbeitszeit.
  • Die Formel lautet: DLI = PPFD × Beleuchtungsstunden × 0,0036.
  • Als genügsam gelten ZZ-Pflanze, Bogenhanf, Gusseiserne Pflanze und Einblatt. Basilikum und Salat brauchen deutlich mehr.
  • Eine Pflanzenlampe mit Zeitschaltuhr schafft Abhilfe. In meiner Beispielrechnung kostet der Strom für eine 30-Watt-Lampe rund 1,65 € im Monat.
  • Maximal 16 Stunden Licht pro Tag, die Pflanze braucht auch ihre Ruhephase.

Was erfährst du in diesem Beitrag?

Ich gehe in fünf Schritten vor, vom Messen bis zum Standort:

  1. Warum das Bürolicht oft nicht reicht und wie du Licht richtig misst
  2. Welche Büropflanzen mit wenig Licht auskommen und welche mehr brauchen
  3. Wann sich eine Pflanzenlampe lohnt, was sie kostet und wie du den Standort planst
  4. Häufige Fragen rund um Pflanzen und Licht im Büro
  5. Wie du in deinem eigenen Büro startest

Der Beitrag ist für alle gedacht, die im Büro Grün haben oder haben wollen, vom Schreibtisch bis zum Empfang. Fachbegriffe wie PPFD und DLI erkläre ich Schritt für Schritt.

Ich bin Hobbygärtner und kein Pflanzenphysiologe. Deshalb stütze ich mich bei allen Zahlen auf Universitäts-Quellen und sage dazu, wie aktuell sie sind.

Warum reicht das Büro-Licht oft nicht und wie messe ich es richtig?

Wie hell ist ein Büro eigentlich?

Für Büroarbeit gibt es klare Vorgaben. Die Arbeiterkammer Wien nennt unter Berufung auf die ÖNORM EN 12464-1 für Schreiben, Lesen und Datenverarbeitung 500 Lux, für Ablage und Kopieren 300 Lux. Gemessen wird in Schreibtischhöhe, bei Bildschirmarbeit gelten mindestens 500 Lux.

Das ist für uns Menschen gedacht, nicht für Pflanzen.

Lux beschreibt, wie hell Licht für das menschliche Auge wirkt, und unser Auge reagiert am stärksten auf gelbgrünes Licht um 555 Nanometer (UC Davis, 24. November 2025). Pflanzen nutzen dagegen den gesamten Bereich von 400 bis 700 Nanometer.

Wie viel Licht gibt es nahe und weit weg vom Fenster?

Die Illinois Extension (University of Illinois, ohne Datumsangabe) rechnet in Foot-Candles. Eine Foot-Candle (fc) entspricht 10,76 Lux, ich habe die Werte umgerechnet: Niedriges Licht sind 75 fc (rund 810 Lux), mittleres 150 fc (rund 1.600 Lux) und helles 300 fc (rund 3.200 Lux). Das Außenlicht liegt zum Vergleich bei 10.000 bis 12.000 fc, also grob 108.000 bis 129.000 Lux.

Die Abstände sind aufschlussreich.

Ein Südfenster liefert erst in 3 bis 10 Fuß (knapp 1 bis 3 Meter) mittleres Licht, in 15 bis 20 Fuß (etwa 4,5 bis 6 Meter) nur noch niedriges.

Die Lichtstärke nimmt mit der Entfernung also rasch ab, das bestätigt auch die University of Maryland Extension (aktualisiert am 10. März 2023).

Widerspruch zwischen den Quellen: Was heißt „wenig Licht”?
Die University of Maryland Extension nennt für Pflanzen mit geringem Lichtbedarf 25 bis 100 fc, das sind rund 270 bis 1.080 Lux. Die Illinois Extension setzt „niedrig” bei 75 fc (rund 810 Lux) an. Der Schreibtisch mit 500 Lux entspricht etwa 46 fc (eigene Umrechnung). Er liegt damit im Maryland-Bereich für genügsame Pflanzen, aber unter dem Illinois-Wert. Beide Angaben sind Faustregeln, deshalb rechne ich im nächsten Abschnitt lieber mit dem DLI.

Was sind PPFD und DLI?

PPFD steht für Photosynthetic Photon Flux Density. Das ist die Zahl der nutzbaren Lichtteilchen, die pro Sekunde auf einen Quadratmeter Blattfläche treffen, gemessen in µmol/m²/s. Es ist eine Momentaufnahme, ähnlich wie die Geschwindigkeit auf dem Tacho.

Der DLI (Daily Light Integral) ist die Summe über den ganzen Tag, in mol/m²/Tag. Er entspricht dem Kilometerstand am Abend. Laut Iowa State University (Aaron Steil, zuletzt geprüft im Dezember 2023) und Virginia Tech gilt bei annähernd gleichbleibendem Licht:

DLI = mittlere PPFD × Beleuchtungsstunden × 0,0036

Ein Beispiel von Virginia Tech: LEDs mit 200 µmol/m²/s, 16 Stunden am Tag, ergeben etwa 11,5 mol/m²/Tag. Mit 100 µmol/m²/s und 10 Stunden sind es 3,6 (eigene Rechnung).

Wie viel PPFD brauche ich für meinen Ziel-DLI?

Man kann die Formel auch umdrehen. Die folgende Tabelle ist meine eigene Berechnung nach der Formel oben, gerundet auf ganze Zahlen:

Ziel-DLI (mol/m²/Tag)nötige mittlere PPFD bei 10 Stundennötige mittlere PPFD bei 12 Stunden
383 µmol/m²/s69 µmol/m²/s
6167 µmol/m²/s139 µmol/m²/s
10278 µmol/m²/s231 µmol/m²/s
16444 µmol/m²/s370 µmol/m²/s

Wer nicht selbst rechnen will, nimmt den PPFD- und DLI-Rechner von THE GROW, einem Onlineshop für Growboxen und Pflanzenbeleuchtung. Er ist laut Seite kostenlos und braucht keine Anmeldung. Er rechnet PPFD in DLI um, ermittelt die Ziel-PPFD, berechnet Stromkosten und schätzt PPFD grob mit offen gelegten Modellannahmen.

Kann ich Lux einfach in PPFD umrechnen?

Hier widersprechen sich die Quellen ein wenig. Die Iowa State University schreibt, eine Umrechnung sei über Tabellen oder Rechner möglich. UC Davis nennt Faktoren je Lichtquelle (etwa für Sonnenlicht oder kaltweiße Leuchtstofflampen), betont aber, dass es nur Schätzwerte sind.

Der Rechner von THE GROW sagt klar, dass es ohne spektrumsspezifischen Faktor keinen pauschalen Wert gibt.

Meine Schlussfolgerung daraus: Eine Lux-App am Handy zeigt dir, wo es heller und wo es dunkler ist. Sie ersetzt aber keine PPFD-Messung. Quantum-Sensoren, die PPFD direkt messen, kosten laut UC Davis etwa 100 bis 1.000 US-Dollar, für ein einzelnes Büro ist das meist zu viel.

Welche Büropflanzen vertragen wenig Licht und welche brauchen mehr?

Die Iowa State University teilt Zimmerpflanzen grob in vier Lichtklassen ein. Das ist eine Orientierung, keine automatische Pflanzenempfehlung, denn Art, Sorte, Entwicklungsphase und Temperatur verändern den tatsächlichen Bedarf.

LichtklasseDLI (mol/m²/Tag)Pflanzen laut Quelle
wenig Licht3–6Blattzierpflanzen
mittleres Licht6–10Blattzierpflanzen, blühende Zimmerpflanzen, Stecklinge
viel Licht12–16Sukkulenten, blühende Zimmerpflanzen, Blattgemüse und Kräuter wie Salat und Basilikum
sehr viel Licht18–30Kräuter, Obst und Gemüse

Welche Pflanzen kommen mit wenig Licht zurecht?

Die University of Maryland Extension nennt für 25 bis 100 fc, geeignet für Nordfenster oder künstlich beleuchtete Räume, fünf Namen: ZZ-Pflanze, Bogenhanf, Gusseiserne Pflanze, Einblatt und Auferstehungspflanze (Selaginella). Für das Büro sind die ersten vier die praktischsten.

Im Alltag heißt das: Hinten im Raum, wo auch die Bürolampe nur noch gedämpft ankommt, sind diese Arten die sichersten Kandidaten. Sie verzeihen auch einmal einen dunklen Winter eher als ein Basilikum.

Sie sind keine Zauberer. Auch sie wachsen bei wenig Licht langsam, aber sie bleiben meist stabil, wenn man das Gießen nicht übertreibt.

Was braucht mittleres Licht?

Das sind die klassischen Blattzierpflanzen. Dazu zählen nach gängigem Gärtnerwissen etwa Efeutute, Philodendron oder Monstera. Das ist meine Einordnung, keine Aussage der genannten Quellen.

Bei etwa 6 bis 10 mol brauchst du entweder einen Platz direkt am Fenster oder eine Lampe, die den Rest des Tages ergänzt.

Und Kräuter, Salat und Paradeiser im Büro?

Hier sind die Quellen uneinheitlich. Die Iowa State University ordnet Salat und Basilikum bei 12 bis 16 mol ein.

Virginia Tech (13. August 2025) nennt für Salat 12 bis 17 und für Basilikum 15 bis 25 mol, für Tomate, Gurke und Zucchini 20 bis 30.

Ohne kräftige Pflanzenlampe wirst du das am Bürofenster kaum erreichen. Ein Basilikumtopf am Südfenster im Sommer kann klappen, im Winter eher nicht.

Woran erkenne ich, dass meiner Pflanze das Licht fehlt?

Die University of Maryland Extension nennt typische Zeichen für zu wenig Licht:

  • Die Pflanze streckt sich und wird spindelig, bei einseitigem Lichteinfall neigt sie sich zur Seite.
  • Die Blattfarbe verblasst.
  • Die Blüte fällt schwächer aus.
  • Wuchs und Verzweigung sind schwach, die Blätter bleiben klein.

Wenn du das bei einer Pflanze beobachtest, ist ein Standortwechsel meist der erste und billigste Schritt.

Hinweis zur Giftigkeit: Mehrere der genannten Pflanzen, zum Beispiel ZZ-Pflanze, Einblatt, Efeutute und Monstera, gelten als giftig, wenn Tiere oder Kinder sie essen. Gibt es in deinem Büro einen Bürohund oder kommen Kinder zu Besuch, informiere dich vorher bei einer Fachstelle, etwa der Vergiftungsinformationszentrale oder dem Tierarzt.

Wann lohnt sich eine Pflanzenlampe im Büro und wo stelle ich die Pflanzen am besten hin?

In welchen Fällen ist eine Lampe sinnvoll?

Ich würde zuerst am Standort drehen und erst dann eine Lampe ins Spiel bringen. Eine Lampe lohnt sich vor allem in drei Fällen. Der Raum hat gar kein Fenster, die Pflanze steht weit weg vom Fenster, oder du willst Pflanzen mit höherem Lichtbedarf halten.

Im Winter, wenn die Tage kurz sind, kann sie auch bei Fensterplätzen den entscheidenden Unterschied machen.

Wie lange und wie nah soll die Lampe leuchten?

Die Iowa State University empfiehlt allgemein 12 bis 14 Stunden Licht pro Tag, für Hobbygärtner sind 10 bis 16 Stunden möglich. Die Illinois Extension und die University of Maryland Extension raten übereinstimmend zu höchstens 16 Stunden, damit die Pflanze eine Ruhephase hat.

Je näher die Lampe an der Pflanze hängt, desto höher sind PPFD und DLI. Gleichzeitig deckt sie dann weniger Fläche ab, und bei einer wärmeentwickelnden Leuchte kann die Pflanze zu heiß werden.

Eine Besonderheit gibt es bei Weihnachtsstern, Kalanchoe und Weihnachtskaktus. Sie bilden laut University of Maryland Extension Knospen nur bei einer Tageslänge von höchstens 11 Stunden, eine lange Lampenzeit stört sie also. Die Dauer sollte man bei Pflanzen, die auf die Tageslänge reagieren, nicht zur DLI-Anpassung verändern (Iowa State University).

Was kostet der Strom für eine Pflanzenlampe?

Die Formel ist einfach: Leistung in Kilowatt × Stunden × Tage × Preis pro Kilowattstunde. Hier eine Beispielrechnung, die ich mir ausgedacht habe, um das Prinzip zu zeigen:

  • Lampe mit 30 Watt tatsächlicher Leistungsaufnahme (0,03 kW)
  • 10 Stunden pro Tag an 22 Arbeitstagen im Monat
  • Annahme: 0,25 € pro Kilowattstunde (setze hier deinen eigenen Arbeitspreis ein)

Das ergibt 0,03 kW × 10 h × 22 Tage = 6,6 kWh und damit 6,6 × 0,25 € = 1,65 € im Monat (eigene Rechnung). Wichtig ist die tatsächliche Leistungsaufnahme aus der Steckdose und nicht die Modellbezeichnung. Auch der Rechner von THE GROW weist darauf hin, dass Dimmer-Prozent kein Wattwert ist und dass Grundpreis und andere Verbraucher in seiner Stromkostenrechnung fehlen.

Worauf achte ich bei der Lampe im Büro?

  • Spektrum: Laut University of Maryland Extension sollten Rot, Dunkelrot und Blau enthalten sein. Nach meiner Einschätzung ist weißes Vollspektrum-Licht im Büro angenehmer als rosa-violettes.
  • Blendung: Die Lampe gehört nicht in dein Blickfeld und nicht auf den Bildschirm.
  • Wärme und Strom: Genug Abstand zu Papier und Pflanze, keine überladene Mehrfachsteckdose, am besten eine Zeitschaltuhr.
  • Absprache: Frag bei Haustechnik oder Büroleitung nach, ob zusätzliche Elektrogeräte erlaubt sind und ob sie geprüft werden müssen.

Zur Deckenbeleuchtung: Die Illinois Extension hält kaltweiße Leuchtstoffröhren für Blattpflanzen für gut geeignet. Wie viel moderne LED-Panels zusätzlich bringen, hängt vom Spektrum ab, das kann ich dir nicht pauschal sagen.

Wie plane ich den Pflanzenstandort Schritt für Schritt?

  1. Fenster ansehen: Welche Himmelsrichtung, wie viele Meter Abstand, gibt es Jalousien oder Bäume davor?
  2. Plätze vergleichen: Schreibtisch, Fensterbank, Regal, Besprechungsraum und Empfang bekommen unterschiedlich viel Licht. Eine Lux-App am Handy zeigt dir zumindest, welcher Platz heller ist.
  3. Pflanze zum Platz wählen: Je dunkler der Standort, desto genügsamer die Art.
  4. Rechnen: Mit der Formel oder dem Rechner schätzen, ob eine Lampe nötig ist.
  5. Lampe mit Zeitschaltuhr einrichten: Abends und am Wochenende soll sie nicht von Hand ein- und ausgeschaltet werden müssen.
  6. Nach vier Wochen prüfen: Neuer Wuchs, Blattfarbe, Neigung zum Licht. Wenn es nicht passt, Standort oder Lampenzeit anpassen.

Welche Fragen werden zu Pflanzen und Licht im Büro am häufigsten gestellt?

Reicht normales Bürolicht für Pflanzen?

Für genügsame Arten kann es reichen, aber nur knapp. Büroräume haben laut ÖNORM EN 12464-1 am Arbeitsplatz 500 Lux. Das liegt im Bereich von 25 bis 100 fc (rund 270 bis 1.080 Lux), den die University of Maryland Extension für Pflanzen mit geringem Lichtbedarf nennt.

Allerdings leuchtet die Deckenbeleuchtung nur zur Arbeitszeit, nicht abends und nicht am Wochenende.

Welche Pflanzen eignen sich für ein Büro ohne Fenster?

Ganz ohne Tageslicht klappt es nur mit einer Pflanzenlampe. Die University of Maryland Extension nennt für künstlich beleuchtete Räume ZZ-Pflanze, Bogenhanf, Gusseiserne Pflanze, Einblatt und Auferstehungspflanze. Plane auch dann tägliche Lichtzeiten ein, und gönn der Pflanze eine Ruhephase.

Wie viele Stunden soll eine Pflanzenlampe leuchten?

Die Iowa State University nennt 12 bis 14 Stunden als allgemeine Empfehlung, die Illinois Extension 14 bis 16 Stunden bei wenig Licht. Mehr als 16 Stunden sind nicht sinnvoll. Für Pflanzen wie Weihnachtsstern oder Kalanchoe, die auf die Tageslänge reagieren, brauchst du eine kürzere Lichtzeit.

Kann ich das Licht für Pflanzen mit dem Handy messen?

Eine Lux-App liefert dir Anhaltspunkte, welcher Platz heller ist. Sie misst aber Lux und damit die Helligkeit für das menschliche Auge, nicht PPFD. Für genaue Werte braucht man einen Quantum-Sensor, der laut UC Davis etwa 100 bis 1.000 US-Dollar kostet.

Wie viel kostet eine Pflanzenlampe im Betrieb?

In meiner Beispielrechnung kostet eine Lampe mit 30 Watt bei 10 Stunden an 22 Arbeitstagen und 0,25 € pro kWh rund 1,65 € im Monat. Dein tatsächlicher Wert hängt von Leistungsaufnahme, Laufzeit und Stromtarif ab. Rechne mit deinen eigenen Zahlen nach.

Woran erkenne ich, dass meine Büropflanze zu wenig Licht hat?

Typische Zeichen sind lange, dünne Triebe, blasse Blätter und eine Neigung zur Lichtquelle (University of Maryland Extension). Ein Umzug an einen helleren Standort ist oft schon die Lösung. Hilft das nicht, kannst du mit einer Lampe nachhelfen.

Wie berechne ich den DLI für meine Pflanze?

Multipliziere die mittlere PPFD in µmol/m²/s mit den Beleuchtungsstunden und mit 0,0036. Ein Beispiel: 150 µmol/m²/s × 12 Stunden × 0,0036 ergibt rund 6,5 mol/m²/Tag (eigene Rechnung).

Nimm als PPFD den Mittelwert mehrerer Messpunkte auf Pflanzenhöhe. Eine einzelne Punktmessung ist laut Rechner von THE GROW kein Flächenmittelwert.

Darf ich im Büro einfach eine Pflanzenlampe aufstellen?

Das hängt vom Arbeitgeber und von der Hausordnung ab. Ich bin kein Jurist und kann dir keine Rechtsauskunft geben. Frag bei der Büroleitung oder Haustechnik nach, ob zusätzliche Geräte erlaubt sind und ob sie geprüft werden müssen.

Wie fange ich in meinem eigenen Büro an: Dein Büro, deine Lichtverhältnisse?

Jedes Büro ist anders: andere Fenster, andere Raumtiefe, andere Pflanzenwünsche. Die Zahlen in diesem Beitrag sind Orientierungswerte. Nimm sie als Ausgangspunkt und passe sie an deine Situation an.

Wie starte ich ohne großen Aufwand?

Fang mit einer genügsamen Pflanze an einem Platz an, den du gut einschätzen kannst. Beobachte sie ein paar Wochen.

Wird sie länger und blasser, rücke sie näher ans Fenster oder überlege eine Lampe mit Zeitschaltuhr. Wächst sie ruhig weiter, hast du den Standort gefunden.

Wer es genauer wissen will, kann die Lichtmenge mit dem PPFD- und DLI-Rechner weiter oben durchrechnen und die Stromkosten gleich mitberechnen. Das dauert ein paar Minuten und erspart dir viel Raten.

Worauf muss ich unbedingt achten?

  • Maximal 16 Stunden Licht pro Tag, damit die Pflanze ihre Ruhephase hat.
  • Abstand und Wärme der Lampe prüfen, besonders bei Papier in der Nähe.
  • Giftige Arten nur dort aufstellen, wo Tiere und Kinder nicht herankommen.
  • Vor dem Aufstellen mit Büroleitung oder Haustechnik reden.

Wie geht es nach dem Start weiter?

Mit der Zeit lernst du dein Büro kennen: welche Ecke im Winter zu dunkel wird und welche Pflanze zufrieden aussieht. Notiere dir ab und zu Datum, Standort und Lampenzeit.

Dann musst du im nächsten Winter nicht wieder bei null anfangen.

Was ist mit deinen Erfahrungen?

Ein Büro, in dem man gern sitzt, besteht aus mehr als Schreibtisch und Stuhl. Pflanzen können dazugehören, wenn das Licht stimmt. Mich interessiert, wie es bei dir aussieht.

Welche Pflanze steht in deinem Büro und wie viel Licht bekommt sie? Hast du Erfahrung mit einer Pflanzenlampe? Schreib es gern unten in die Kommentare, davon profitieren auch die anderen Leserinnen und Leser.

Quellen und Datenstand (abgerufen am 12. Oktober 2026) Methodische Einschränkungen:
  • Die Studien stammen überwiegend aus den USA. Lichtverhältnisse in österreichischen Büros können abweichen.
  • Umrechnungen von Foot-Candles in Lux, die Tabelle zur nötigen PPFD, die Stromkostenrechnung und die Lux-Einordnung sind eigene Berechnungen.
  • Die Zuordnung konkreter Pflanzenarten zu Lichtklassen (außer den von der University of Maryland Extension genannten) ist meine Einschätzung und keine Quellenaussage.
  • Die Iowa-State-Seite weist zwei unterschiedliche Aktualisierungsdaten aus (Prüfdatum Dezember 2023, Seiten-Metadaten 2026). Ich nenne das Prüfdatum.

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